“FrĂĽh ĂĽbt sich…” – Kinder spielend auf die Schulzeit vorbereiten

Man kann nichts erzwingen

Ich unterhalte mich mit meinem Freund Nico. Unsere Kinder sind gleich alt. In drei Monaten werden beide eingeschult, das ist gerade das groĂźe Thema bei uns. 

“Ben hat einfach keinen Bock auf Schreiben oder Rechnen. Wenn ich was mit ihm machen will, blockt er total ab.”, sagt Nico. “Das lernt er ja alles in der Schule, mach dir da mal keinen Kopf!”, antworte ich in der Absicht, ihm den Druck etwas zu nehmen. Aber ich rede mich leicht, unser Leo brennt fĂĽr Zahlen und Buchstaben und kann im Prinzip schon lesen. Er sitzt ständig an seinem Schreibtisch in seinem Kinderzimmer und ĂĽbt selbstständig und mit Begeisterung. 
Ja, die Kinder lernen das alles in der Schule. Aber wir wĂĽnschen uns natĂĽrlich, dass sie von sich aus an schulischen Inhalten interessiert sind und es damit in der Schule ein bisschen leichter haben. Auf den Grundcharakter unserer Kinder haben wir da leider – Eltern wissen das – wenig Einfluss. Leo will halt. Seine Tante hat ihm ein laminiertes Blatt mit den Buchstaben und jeweils einem passenden Tier dazu gegeben. Seitdem sitzt er da und malt Buchstaben ab und rezitiert: “A wie Affe…!” Hätte ich ihm das vorgeschlagen, hätte er sicher nicht mitgemacht. 

Mit Druck und Zwang lässt sich in der Regel bei aller guter Absicht nicht allzu viel erreichen. Fördern erfolgt zu Hause immer auf spielerischer Basis. Aber wir können unsere Kinder schon frĂĽh mit dem richtigen Material und der richtigen Umgebung fĂĽr Zahlen und Buchstaben begeistern. Hier eine Liste mit Dingen, die bei uns wirklich gut funktioniert haben. 

Von der Krippe bis zur Grundschule: LĂśK

Beim Abholen aus der Krippe erzählte mir eine Erzieherin einmal: “Wenn Leo sich nicht beruhigt, spielen wir mit ihm einfach Mini LÜK, das liebt er.” Mini LÜK? Kannte ich nicht. Meine Frau schon. Also besorgten wir das für zu Hause. Ein ganz simples Spiel, bei dem Symbole richtig zugeordnet werden müssen und die Kinder selbst kontrollieren können, ob alles richtig ist. Gibt es für die Krippe. Aber das gibt es auch für das Kindergartenalter. Hier müssen dann Bilder in aufsteigender Schwierigkeit zugeordnet werden…es gibt zum Grundset eine Vielzahl verschiedener Hefte mit unterschiedlichem Schwerpunkt. Und man bekommt auch Varianten für Kindergarten und Schule: Vorschule, Lesen, Rechnen, komplexere Kombinationsaufgaben. Die Oma schenkt zu jeder Möglichkeit ein weiteres Heft und Leo liebt es. Die Anschaffung lohnt sich jedenfalls!

Zu den miniLÜK Lernförderungen bei uns im VEDES-Onlineshop!

Kugelei in vielen AusfĂĽhrungen

Es gibt verschiedenste Kugelbahn-Systeme und Kinder lieben sie alle. Der Nutzen dieser Spiele ist offensichtlich: von der Förderung der Augen-Hand-Koordination (vgl. unseren Artikel hierzu) bis zu physikalischen Grundprinzipien. Und das kommt alles völlig nebenbei, denn der SpaĂź steht fĂĽr Kinder (und Eltern) im Vordergrund. Hier unsere drei Favoriten: 

  1. Die klassische Kugelbahn aus Holz mit Autos, Kugeln und bunten Rädern. FĂĽr die ganz Kleinen einfach wunderbar. Zuschauen und selber machen. 
  2. Hubelino. Kombinierbar mit Lego Duplo, die Baumöglichkeiten sind unendlich und mit einigen Erweiterungen entstehen riesige Bahnen. Wird auch von älteren Kindern immer wieder gern in die Hand genommen.
  3. Gravitrax. Für das Grundschulalter meiner Meinung nach das coolste System. Wird bei uns fast täglich benutzt, tolle Erweiterungen und auch viel abgefahrener Content auf YouTube von Leuten, die einfach die größten und krassesten Bahnen bauen.

Hefte zum Rätseln und Knobeln

Während des Lockdowns retteten uns Bilder mit Zahlen zum Verbinden viele Tage. Und als Mitbringsel ist ein Rätselblock einfach perfekt. Es gibt so viele verschiedene, teils thematisch sehr spezifische (z.B. Piraten gingen bei uns echt lang) Hefte und Blöcke und sie können auch den Restaurantbesuch erleichtern, wenn der ungeduldige Nachwuchs etwas zu tun hat. 

Die VorzĂĽge sind auch hier klar: logisches Denken wird gefördert, das Erkennen von Details trainiert die Konzentration, ganz nebenbei wird das Weltwissen entwickelt. 

Doof ist nur, wenn man irgendwann den riesigen Stapel ausmisten möchte und das Kind lauthals verkĂĽndet, dass auch der vollgeschriebene, total zerfledderte Block “auf keinen Fall!!!” weggeworfen werden darf. Naja, man kann nicht alles haben. 

Gesellschaftsspiele

Sie sind nicht so unsere Sache. Während der Onkel einen Keller voller Brett- und Kartenspiele hat, spielen meine Frau und ich nicht wirklich gern Brettspiele. Aber die Klassiker gehen schon: Mensch ärgere Dich nicht, Kniffel, Backgammon, Rommé…diese Spiele können schon extrem viel bewirken: Kenntnis der Zahlen, Zählen und Rechnen bis 12, Aufrichtigkeit beim Spielen, ein guter Verlierer/Gewinner sein… Unsere beiden Favoriten auch für unterwegs sind Skipbo Junior und Skyjo. Viel zählen, ein bisschen Strategie, ein bisschen rechnen. Die beiden sind immer dabei und werden von uns gern verschenkt und empfohlen.

Exkurs – Opas Schreibtisch zocken: der erste Arbeitsplatz

Als Leo 4 war, räumten wir das Elternhaus meiner Frau aus, die Schwiegereltern zogen in eine kleinere Wohnung um. Im Arbeitszimmer vom Opa stand ein uralter, furnierter Schreibtisch im 80er-Jahre-Kinderzimmer-Stil. Leo wollte ihn unbedingt haben. Eigentlich stand ein Schreibtisch fĂĽrs Kinderzimmer noch nicht auf der To-do-Liste. Aber da sich die Gelegenheit bot, nahmen wir ihn mit. Wir konnten ja nicht ahnen, was das bewirkte. Das Kind verabschiedete sich vom Mittagessen mit den Worten: “So, ich mach jetzt Papierkram.” Das bedeutet bei ihm, dass er sich an seinen Schreibtisch setzt und malt, bastelt, knetet, rätselt, schreibt…ganz ohne Zwang hat er den alten Arbeitsplatz vom Opa zu seinem eigenen gemacht. 

Ein GlĂĽckstreffer – zugegeben. Aber allein ein selbstgewählter Ort zum Arbeiten kann die Motivation sehr steigern. 

Fazit: es gibt viele Rezepte, am Ende muss das Gericht schmecken!

Die beschriebenen Spiele und MaĂźnahmen haben fĂĽr uns richtig gut geklappt. Beim kleinen Bruder David zeichnet sich schon ab, dass das alles anders laufen wird. Jedes Kind tickt anders und wir mĂĽssen als Eltern herausfinden, was funktioniert. Manchmal zeigen uns die Kinder, dass gerade ein Zeitfenster ist, in dem Dinge gut gelernt und eingefĂĽhrt werden können. Wir hatten beispielsweise das GlĂĽck, dass die Nummer mit dem Schreibtisch so gut funktioniert hat. Das muss nicht immer hinhauen, aber wenn man aufmerksam an den Kindern dran ist, findet man sicher das richtige Rezept. Davon gibt es viele, am Ende muss halt das Gericht schmecken. 

Zur Relativierung: Nicos Sohn Ben hat den Eintritt in die Schule ĂĽbrigens prima gemeistert und kann inzwischen prima schreiben und auch rechnen. 🙂 

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